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Gebt den Kotti den Bürgern zurück!

Veröffentlicht in 1 von waehltvera - 17. Juli 2009

kottbusser-tor Seit acht Monaten schwelt der Konflikt am Kottbusser Tor. Die Anwohner haben die Nase voll von der Junkie- Szene vor ihrer Haustür. Sie haben genug von vollgepinkelten Hauseingängen und herumliegenden Spritzbesteck. Bürgermeister Schulz hat die Angelegenheit zur „Chefsache“ erklärt und die Dinge einfach laufen lassen. Nur die Busse für die medizinische und psychologische Betreuung der Drogenabhängigen haben ihren Standort gewechselt. Nicht ganz freiwillig, denn dort, wo sie bislang standen, wollten sie die Anwohner nicht mehr haben. Aber auch am neuen Standortes ist man keineswegs entzückt über die neuen Nachbarn. Die Bewohner wehren sich mit einer Sitzblockade gegen die Busse. Es ist schon erstaunlich, wie gering das Bezirksamt die Interessen der Bürger schätzt. Es sorgt sich rührend um das Wohl der Drogenabhängigen, hat aber taube Ohren, wenn es um die Rechte der am Kotti wohnenden Kinder geht.
Dabei wäre eine Lösung ziemlich einfach. Druckräume in unmittelbarer Nähe des Urban-Krankenhauses, wo die gesundheitliche Betreuung der Abhängigen sichergestellt wäre. Und der Kotti wäre wieder Lebensraum für seine Bürger!

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7 Antworten zu 'Gebt den Kotti den Bürgern zurück!'

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  1. X- berg sagte,

    Liebe Vera,

    wie Sie richtig bemerken, muss der Kotti den Bürgern zurückgegeben werden.

    Diese leben, wohnen und arbeiten dort und die „kleineren Menschen“ – sprich Kinder – wachsen dort auf. Gerade denen, deren Stimmen heute noch nicht auf dem Wahlzettel ausschlaggebend sind, sollte unsere Aufmerksamkeit gelten, denn sie können sich nicht einfach in die U-Bahn setzen und ein angenehmeres Umfeld aussuchen.

    Jedoch werden auch diese größer und verständiger und sind auch irgendwann Wähler, die sich daran erinnern, dass sie nicht unbeaufsichtigt auf dem Spielplatz toben konnten, weil Mutti und Papi diesen erst auf Gefahren hin untersuchen mussten oder Arztbesuche einlegen mussten, die ausschließen, dass man sich mit irgendeiner unangenehmen Krankheit in nächster Zeit beschäftigen muss.

    Wichtig gerade für diejenigen, deren Sucht ihr Leben dominiert, ist es Möglichkeiten zu erlangen, der Sucht kontrolliert nachgehen zu können, Hilfestellung bei einem gewünschten Ausstieg zu erhalten sowie einen sozialen Rückhalt zu erfahren.

    Ihr Lösungsgedanke bezieht sich auf alle Bürger am Kotti, auch auf die Suchtkranken. Das finde ich super!


  2. “Die friedliche Koexistenz von Bürgern und Süchtigen funktioniert nicht mehr”, sagt Bezirksbürgermeister Schulz laut einem Bericht in Spiegel online am 28.02.2009.

    Hat sie denn je funktioniert? Sind Süchtige keine Bürger, Herr Schulz? Ich zumindest begrüße es, dass endlich einmal die Kreuzberger Türken sich zu Wort melden. Es hat lange genug gedauert. Und zwar tun sie das massiv, als Bürger, als Eltern, als Menschen, die sich um ihr Umfeld kümmern. Das finde ich bemerkenswert. Bitte mehr davon!

    Den Bereich um das Kottbusser Tor kenne ich seit Jahrzehnten, komme oft daran vorbei. Jetzt wird mal wieder für 800.000 Euro eine Verkehrs-Umbaumaßnahme geplant, hinter der Hand wird gemunkelt, dass der Kotti der beliebteste Ort sei, wo Scheinunfälle mit Autos arrangiert werden könnten, um dann die Versicherungen abzukassieren. Der Staat spritzt seit Jahrzehnten Geld ohne Ende bis zur Besinnungslosigkeit in diese Ecke meines Heimatbezirks. Er alimentiert ein zählebiges Anti-Idyll – und die guten Menschen von unserer bürgerlichen Partei der Mitte, die auch den Bürgermeister stellt, müssen sich fragen: Wollen wir das vor unserer Haustür? Der große Overhang kommt jetzt allmählich. Oder soll das Bezirksamt noch einmal einen Schuss öffentliche Mittel setzen?

    Der Kotti war und ist seit jeher ein Platz, der in jedem Sinne am Tropf der Gesellschaft hängt. Verfehlte Sanierungspolitik, Bauskandale, Wirtschaftskriminalität großen Stils zeichneten ihn in den 70er Jahren aus. Mittlerweile leben dort fast nur noch Ausländer, Türken und andere Nationalitäten, die Beschäftigungsaussichten sind noch schlechter als früher. Die meisten dürften von Sozialhilfe leben. Kleinkriminalität ist an die Stelle der Groß-Immobilienkriminalität getreten.

    Am Kotti kann man sehen, dass die Gruppen unserer Kreuzberger Bevölkerung praktisch ohne Kommunikation nebeneinander herleben: die Türken, die Junkies, die Assis, die Araber, die deutschbürgerlichen Gutmenschen, die Studis. Das ganze war nie ein Miteinander, wer das behauptet, lügt sich in die Tasche. Bei so einem vergleichsweise überschaubaren Problem wie der Verlegung einer Fixerstube tritt das symptomhaft zutage.

    All die Heuchelei, die maßlose Selbstgerechtigkeit der vom Staat alimentierten Gruppen enthüllt sich in einem Spruch wie: “Junkies bleiben – Yuppies vertreiben!”

    Nebenbei: Die fast völlige Entmischung der Kreuzberger Schülerpopulationen halte ich für ein viel größeres Problem.

    Ich bin für eine Entzerrung der Sozialprobleme. Der Druckraum sollte in eine besser beleumundete Gegend Friedrichshain-Kreuzbergs ziehen. Ins ehemalige Kreuzberg 61 zum Beispiel; hier werden gerade im Zuge der globalen Finanzkrise in großem Umfange Ladengeschäfte entmietet, die praktisch nicht mehr vermietbar sind. Das weiß ich von meinen Gesprächen mit den hiesigen Geschäftsinhabern. Oder in gutbürgerliche Gegenden wie Pankow oder Charlottenburg.

    Die Ballung von sozialen Problemen am Kotti finde ich schlecht. Wir brauchen eine bessere Durchmischung der Milieus. Geschäfte, Kleinunternehmer, kleine Gewerbetreibende, Galerien, so etwas braucht der Kotti. Die Drogenszene sollte systematisch verlagert, ausgetrocknet und zugleich durch allmählich wachsende polizeiliche Repression bekämpft werden.

    Lest hier aus dem Bericht des Spiegels:

    Drogenkiez in Berlin: Kreuzbergs Kotti unter Druck – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik
    Ihrem Ärger machen die Kreuzberger am Freitagabend Luft, rund 250 sind in den Festsaal gekommen. Ercan Yasaroglu, 50, Sozialarbeiter und Sprecher der Bürgerinitiative vom Kottbusser Tor, berichtet von Dealern, die Bewohner bedroht und angegriffen hätten, er spricht von einer “Angst- und Gewaltspirale”, die am Ende zur Selbstjustiz führen könnte. “Wir trauen uns kaum, unsere Kinder allein auf die Straße zu lassen”, sagt eine Mutter. Mehrere türkischstämmige Anwohner glauben, die Stadt dränge die Drogenszene absichtlich ins Viertel, weil hier viele Ausländer lebten. “Es macht keinen Spaß mehr, in Kreuzberg zu leben”, sagt eine Frau. [...]

  3. anja sagte,

    ihr habt doch echt ne klatsche weg ihr (ich spar mir den kommentar) ..faSCHISSt/Innen ich finde den flyer gerechtfertigt und es stimmt was in dem flyer steht: soldaten sind (nunmal) wirklich mörder! sie werden zu kleinen kampfmaschienen ausgebildet, müssen sich verpflichten 12 jahre und irgendwannn auch an die front , sie wissen sie müssen eines tages töten! und mit solchen menschen die tagtäglich lernen wie man am besten irgendwen zur strecke bringt willl man doch tatsächlich nicht in einer stadt einem bezirk usw…zusammenleben!!! das das alle in ordnung finden find ich echt strange…
    und sonntags wurd erstmal schön von dem sch. faSCHISStenpack ein typ krankenhausreif geprügelt und das im friedrichshain! und an der warschauer werden mysteriöse grüne V flyer verteillt. die einem auch erstmal auf eine nicht ganz sooo politisch korrekte internet seite verweisen…

    _ ES MUSS WAS GETAN WERDEN !!!!!! wer versucht uns am leben zu hindern spürt unseren wiederstand! weg mit faSCHIssTinnen!!!!!!!

    und wo sollen die junkies vom kotti hin? sollen die sich in luft auflösen???? wie stellt ihr euch das vor??? denkt ihr wennn ihr kreuzberg “verschönert” und zu einer touristenmotropole verwandelt wird alles besser??? ganz im gegenteil !°!!

    wir werden es nicht zulassen und auf jedenfalll nicht die CDU/CSU Wählen ^^

  4. waehltvera sagte,

    Ach, Anja, wer hindert Dich denn am Leben?Welche Faschistinnen meinst Du? Mich ? Dann kann ich nur sagen, glücklich das Land, in dem ich als Faschistin angesehen werde, denn das hat keine Problem. Für den Fall, dass Du den Spaß nicht verstehst, wovon ich leider ausgehen muss, hier noch mal ernsthaft: In Deutschland gab es nie Faschisten (die waren in Italien aktiv), sondern Nationalsozialisten. Das Wort Faschismus wurde von Stalin erst nach dem Scheitern des Hitler-Stalin-Paktes für den Nationalsozialismus verordnet, damit die gemeinsamen sozialistischen Wurzeln nicht so sichtbar sind.Auch die NPD heute ist eine sozialistische Partei, was ihre Forderungen betriff.Vergleiche mal das Programm der Linken mit dem der NPD und Dir werden die Augen übergehen.
    Zu Deinen anderen Problemen: an der Warschauer Straße werden Flyer verteilt? Na so was! Ist das etwa verboten? Oder dürfen das nur Leute wie Du? Da könnte Leute wie ich ja das Gefühl bekommen, du wolltest uns am leben hindern. Verzeihung, das war schon wiedre unernst. Soldaten sind keine Mörder, sondern Menschen wie Du und ich, die es sich zum Beruf gemacht haben, Dich zu beschützen. Du darfst sie sogar beschimpfen, das garntiert Dir unser Grundgesetz. Du hast dabei nichts zu fürchten, außer Dich selbst zu entlarven. Aber das ist allein deine Sache.Wo Du mit meinem entschiedenen Widerstand rechnen musst, ist, wenn Du zu Gewalt gegen Menschen aufrufst, oder sie förderst. Ich bin angeekelt von jeder Art von Gewalt und finde, dass die einzige Antwort auf das blutigste Jahrhundert der Menscheitsgeschichte, das die Sozialisten aller Couleur, für Dich noch mal ausdrücklich, zuvörderst die Nationalsozialisten, zu verantworten haben, die Ächtung jeder Gewalt sein muss.Mich widert übrigens auch die Gewaltsprache an, die von jenen verwendet wird. die sich anmaßen, anderen vorzuschreiben, wie sie zu wohnen, wie sie sich zu kleiden und welches Auto sie zu fahren haben.Jeder kann selbst entscheiden, was er tun oder lassen will. Wir brachen keine selbsternannten Sittenwächter!. War noch was ? Ach ja, die Drogenabhängigen sollen sich nicht in Luft auflösen, sondern am Urbankrankenhaus ihren Druckraum bekommen, wo ärztliche Behandlung nah ist, Kinder aber nicht so beeinträchtigt werden , wie am Kotti. Denn Kinder haben auch ein Recht auf Leben. Das findest Du hoffentlich auch. Viel Spaß beim Weiterleben und mehr Toleranz gegenüber Deinen Mitmenschen wünscht Dir

    V.L.

  5. Johannes sagte,

    Hey anja, ich war selbst als wehrpflichtiger bei der bundeswehr und kann euch versichern: mann und frau wird nicht zur kampfmaschine ausgebildet. mann und frau wird ausgebildet, um andere daran zu hindern, recht und freiheit zu zerstören. bisher hat es geklappt. wart ihr bei der bundeswehr? woher wisst ihr all das? ausdrücke wie “faschistenpack” und ähnliches finde ich nicht gut. ihr werft alle möglichen leute auf einen haufen.

    die miesen prügeleien, das abscheuliche attentat, von dem du sprichst, sind schlimm. die, die das gemacht haben, rufen mit diesem verbrechen auch meinen abscheu hervor. miese attentate auf bundeswehrangehörige, abscheuliche brandattentate auf das leben anderer rufen in mir den gleichen abscheu hervor.

    aber wieso sollen immer die anderen, die italiener, die berühmten “fascisti”, an allem schuld sein? warum schiebt ihr immer die ganze schuld auf die anderen, die fremden, die “faschisten”? waren es nicht menschen, die das getan haben, einzelne menschen, die jetzt auch dafür geradestehen müssen, was sie getan haben? anja, wir müssen die leute dahin kriegen, dass sie wissen, was sie tun. dass sie mit solchen gewalttaten das leben anderer und auch ihr eigenes beschädigen.

    anja, was tust du für die junkies? hast du mit cem özdemir gesprochen, mit bürgermeister franz schulz? habt ihr mit yasaroglu und den anderen anwohnerInnen gesprochen? wer hat irgendwann gesagt: “ich tue was für die junkies – und zwar in meinem hinterhof, vor meiner haustür?” das würde meine hochachtung verdienen! habt ihr mit den junkies gesprochen? habt ihr an lösungen gearbeitet, mit denen alle leben können? ich glaube, die drogenbenutzerInnen brauchen hilfe zum ausstieg aus der sucht. von dir, von mir, von uns allen. die drogenbenutzerInnen sollten nicht in der szene versacken, die sie nicht mehr freigeben wird, denn an ihnen lässt sich sehr viel geld verdienen.

    und noch eines, anja: kreuzberg braucht menschen, die sich hier auf dauer wohlfühlen. die gerne hier leben. nicht nur ein zwei tage, oder ein paar jährchen, um sich von zuhause abzunabeln und ein bisschen rabatz zu machen. anja, die zahl der kinder zwischen 1 und 6 jahren ist im bezirk in drei jahren um 41 prozent gefallen: die familien finden offenbar das umfeld zunehmend unlebbar und ziehen weg, sobald sie sich das leisten können. wir brauchen menschen, die hier was aufbauen wollen, die wissen: “das ist unser ort. den pflegen wir. für den arbeiten wir. dafür verdienen wir geld mit unserer eigenen arbeit.”
    ich finde: kreuzberg sollte keine touristenmetropole bleiben. denn jetzt IST kreuzberg doch eine touristenmetropole der etwas anderen art. aus ganz deutschland strömen hier langfristtouristen zusammen, die sich ein paar wochen oder jährchen auszeit nehmen. wir brauchen aber menschen, die sich hier dauerhaft zuhause fühlen. ich bin sicher, wenn dein zorn verraucht ist, wirst du auch überlegen: was kann ich tun, dass die menschen sich verantwortlich verhalten? verantwortung fängt immer damit an, dass ich zu dem stehen kann, was ich tue, sage, wie ich handle. mit offenem gesicht. gruß, johannes


  6. [...] weit Anja. Wie hättet ihr Anja geantwortet?  Erst wenn ihr das überlegt habt,  – klickt hier drauf und lest nach, was ich unter meinem echten Vornamen “Johannes” auf diese wunderbar [...]


  7. [...] ich hatte mir gewünscht, dass Anja kommt! Anja, die mich und uns alle im wähltvera-Blog als FaSCHISStInnen bezeichnet hatte. Ich bin dafür, dass man einander Vorwürfe und Anklagen direkt ins Gesicht [...]


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