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Mehr Gleichheit! Löhne rauf in Rumänien! Löhne runter in Deutschland!

Posted in Allgemein von waehltvera - 9. September 2009

Vera Lengsfeld weist eindringlich immer wieder darauf hin: Wir stehen als Volkswirtschaft in einem Wettbewerb mit allen anderen Ländern der Erde, insbesondere aber mit unseren engsten Partnern, den EU-Ländern. Ein Nokia-Arbeiter im rumänischen Klausenburg (Cluj) hat einen monatlichen Verdienst von etwa 250 Euro. Darauf wies der rumänische Gewerkschafter Valentin Ilca laut Süddeutscher Zeitung von heute hin. Die Arbeiter werden pünktlich mit Bussen an die Werkstore gebracht, da sie sich das Benzin nicht leisten können.

Es tut immer wieder gut, Zahlen über arm und reich zu wissen!  Das Pro-Kopf-Einkommen in der Türkei beträgt etwa 400 Euro/Monat. In der Bundesrepublik beträgt es etwa das Vierfache. Wer kann es den Unternehmen übelnehmen, wenn sie ihre Werke – nach Mitnahme staatlicher Fördergelder in Deutschland – in Länder wie Rumänien und Türkei verlegen, wenn man als Unternehmer in Rumänien und der Türkei dieselbe Leistung zu einem Preis erhält, der auf die Hälfte des deutschen Sozialhilfeniveaus hinausläuft?

„Wohlstand für alle!“ – damit gewann die CDU in den 50er Jahren Wahlkämpfe. Gemeint war: „Wir haben Wohlstand für alle durch die Soziale Marktwirtschaft erarbeitet – lasst ihn uns bewahren und mehren.“

„Reichtum für alle!“ – damit möchte heute die Linke punkten. Sie meint offenkundig: „Wir haben Reichtum für alle in der Bundesrepublik. Ein Blick nach Rumänien und in die Türkei beweist es. Lasst uns diesen Reichtum umverteilen und aufzehren! Denn es ist ungerecht, dass jemand in Rumänien für ein Fünftel des Geldes arbeitet, das er in Deutschland bekäme. Es ist ungerecht, dass ein Arbeitsloser in Deutschland doppelt und dreifach so viel Geld erhält wie ein hart arbeitender türkischer Arbeiter. Es spricht dem Gleichheitsgrundsatz Hohn! Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!“

Leider wird die Linke immer wieder falsch verstanden. Sie kann natürlich nicht in Abrede stellen, dass wir in Deutschland Reichtum und Wohlstand für alle haben. Sie kämpft aber für Gleichheit und Gerechtigkeit. Das muss im Zeitalter der globalen Abhängigkeiten selbstverständlich heißen: Alle Menschen müssen weltweit ungefähr gleich viel arbeiten und gleich viel verdienen. Es darf keine wesentlichen Ungleichheiten geben.

Wenn man die Linke beim Wort nimmt, dann lautet die nächste Forderung: „Löhne runter in Deutschland! Löhne rauf in Rumänien!“

Aus diesem Grund muss die LINKE als einzige Partei für höhere Steuern für alle Reichen, also für alle Deutschen kämpfen. Denn eine höhere Besteuerung für alle Deutschen mindert immerhin den Abstand zu anderen Ländern. Mehr Gleichheit durch höhere Steuern! Ein erster Schritt zu mehr Gleichheit, dem weitere folgen werden.

(JH)

8 Antworten to 'Mehr Gleichheit! Löhne rauf in Rumänien! Löhne runter in Deutschland!'

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  1. Bernd Karbuweit said,

    Also ohne diese Küchen-Ökonomie jetzt ganz nachvollziehen zu können behaupte ich trotzdem, dass die so genannten Konservativen die Steuern auch erhöhen werden, wenn sie an der Macht bleiben. Nur, dass das dann nicht irgendwelchen „Armen“ zu gute kommt, sondern den Banken, Atomkonzernen und Großunternehmen.

  2. Jack Sparrow said,

    Ihr müsst ja echt verzweifelt sein, wenn man sieht, auf welchem Niveau ihr hier rumpolemisiert.🙂


  3. Hallo Herr Karbjuweit,

    die Macht der großen Banken, der Atomkonzerne, der Großunternehmen muss in der Tat beschränkt bleiben oder werden. „Keine Bank darf so groß werden, dass sie den Staat erpressen kann.“ So spricht die progressiv-reformorientierte Kanzlerin Merkel, und recht hat sie.

    Das gilt nicht nur für Banken, sondern selbstverständlich auch für Konzerne aller Art.

    Der konservative Kanzler Schröder von der SPD zeigte und zeigt meines Erachtens eine zu große Nähe zu den riesigen Großkonzernen wie etwa VW und Gazprom.

    Das Kartellrecht ist eine Möglichkeit, das Entstehen von Erpressungspotenzial zu verhindern. Niemand stellt in Frage, dass wir das Kartellrecht weiterhin brauchen. Jede Demokratie braucht wirksame Machtbegrenzungsmechanismen!

    Eine andere Möglichkeit der Machtbeschränkung wäre, die Aufsichtsräte der Großkonzerme mal kräftig aufzumischen, die ja nach Bekunden ihrer namhaftesten Vertreter (Rolf Breuers etwa) ihre Sache gerade vor und in der Krise eher schlecht machen und gemacht haben. Man sollte unbedingt über eine Beschränkung der Zahl der Mandate in Aufsichtsräten nachdenken! Es ist alles zu stark miteinander verfilzt: Die Kaste der Aufsichtsräte, die Kaste der Politiker, die Kaste der Ex-Politiker, die sich mit den Aufsichtsräten vernetzen (wie etwa Gerhard Schröder).

    Ich glaube, eine mutige Quereinsteigerin wie Angela Merkel, die erkennbar nicht zu den „Kasten“ gehört wie dies etwa für ihren konservativen Amtsvorgänger von der SPD gilt, hat am ehesten das Zeug dazu, die erforderlichen Machtbegrenzungsmechanismen neu einzuziehen. Ihre Äußerung über die „zu großen Banken“ beweist dies.

    Also, Herr Karbjuweit, wählen Sie nicht die Konservativen – sondern wählen Sie diesmal die CDU. Sie können das!

    Beste Grüße, Johannes Hampel

  4. impressio said,

    @Hampel

    das ist lustig. Frau Merkel = „Quereinsteigerin, reformorientiert“
    Vielleicht lebe ich ja auf einem anderen Planeten … möglich.
    Frau Merkel ist (soviel ist zumindest belegt) „Ziehtochter“ eines Helmut Kohls. Lesen wir doch mal die Gästeliste der „berüchtigten“ Ackermann-Kanzelamt-Geburtstagsparty.
    Oder betrachten wir den sogenannten „Klub der grossen Grauen“, auch bekannt als „Bilderberger“. mit einflussreichen Wirtschaftsgrössen wie z. B. David Rockefeller, Pepsi-Cola-Chef Indra K. Nooyi, Heather Reisman (Indigo Books & Music Inc.), Vertreter von Shell Oil und BP oder der Daimler-Chrysler-Vorsitzende Jürgen Schrempp. Politische Teilnehmer dieses illustren „Gesprächskreises“ sind in der Regel einflussreiche „Ex-Politiker“ wie Henry Kissinger.
    Jetzt raten wir mal, wer 2005 neben Herrn Ackermann ebenfalls an diesem „Meeting“ teilgenommen hat…
    Übrigens war Herr Schröder, zumindest bisher, nicht eingeladen. Wohl das falsche Parteibuch – oder lag es an seiner Weigerung an der „Liga der Willigen“ teilzunehmen. Frau Merkel war damals gerne bereit den Amerikanern bei ihren Kriegsspielen im Irak zu helfen. Wäre sie damals an der Macht gewesen – wer weiss – vielleicht ständen deutsche Soldaten heute im Irak.
    Wie dem auch sei: man könnte wohl auch sagen „zeige mir Deine Freunde und ich sage Dir, wer Du bist“. Soviel zu „nicht verfilzt“.
    Wenn man als Bürger nicht dazugelernt hat – eines auf jeden Fall, kann dem Blindesten nicht entgehen. Sagen und Tun sind in Relation zu Politk, zwei vollkommen verschiedene Dinge.


    • @ impressio
      Seh ich lockerer. Kanzlerin Merkel spricht mit allen, hört allen zu. Aber sie ist niemandem hörig. „Ziehtochter?“ Sie hatte im Dezember 1999 als einzige den Mut, Missstände in der Partei klar und eindeutig zu bennnen, auch gegen den einstigen „Ziehvater.“ Spätestens seitdem – ist sie in jedem Sinn erwachsen.

      „Bilderberger“. Weitgehend ein gezielt gestreutes Gerücht, ähnlich den Weisen von Zion. Zersetzende Propaganda der Linken. Bitte tiefer hängen! Selbst die Grünen, selbst Ströbele in seinem immerwachen Überwachungs- und Schnüffelwahn findet nichts daran. Er hätte es uns längst gesagt, wenn die Bilderberger die FDGO umstürzen wollten, von der er prima lebt.

      Dass Menschen sich treffen und paar Takte quatschen, ist doch OK, oder? Wir brauchen nicht noch mehr Verschwörungstheorien.

      Oder wollen Sie den Überwachungsstaat, der genau Buch führt: DER trifft sich mit DEM, usw.

      Ach herrje: Das ist genau der ÜBERWACHUNGSSTAAT, gegen den gestern demonstriert wurde. DIE hat DEN zum Abendessen eingeladen! Wie SCHLIMM! Wir müssen AUGEN und OHREN offenhalten!

      Irak: Tja, ich neige da (wie Sie wahrscheinlich) der Auffassung des damaligen Außenministers Fischer zu. „I am not convinced.“ Fischer hatte recht. Ein sehr guter Satz des damaligen Außenminsters, den ich mir gemerkt habe – obwohl ich nur ein stinknormaler kleiner Staatsbürger bin.

      Aber eine rhetorische „Drohkulisse“, wie Merkel sie damals wollte, fand ich auch in Ordnung.

      Fazit: Sprechen Sie mit dem Gegner, laden auch Sie Leute von der anderen Seite zum Abendessen ein, wie Merkel dies macht. Kommen Sie zu uns, besuchen Sie die CDU-Veranstaltungen in Friedrichshain-Kreuzberg. Keine Angst: Wir werden Sie nicht gleich zum Abendessen einladen.

      Wir müssen mehr reden. Und dann das tun, was wir sagen.

      • impressio said,

        etwas widersprüchliche Argumentation …
        Aussage 1: Alles nicht so schlimm … locker sehen ..
        Aussage 2: zersetzende Propaganda …

        die ursprüngliche Behauptung war: Frau Merkel = Quereinsteigerin (unbelastet), reformorientiert

        die einfachen „Bauernweissheiten“ sind noch immer die Besten:
        „Zeig mir Deine Freunde und ich sag Dir wer Du bist“.

  5. Jürgen Gora said,

    Habt Ihr alle hier mal das Motto der Lengsfeld gelesen????

    Es lautet: Freiheit und Fairnes Statt Gleichheit und Gerechtigkeit!!


  6. […] Mehr Gleichheit! Löhne rauf in Rumänien! Löhne runter in … […]


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