Waehltverablog


Reichtum für alle stärker besteuern!

Posted in Allgemein von waehltvera - 6. September 2009

Reichtum001Unsere  abendliche Bildbetrachtung fängt einige herrliche Bildsignale zu einer Gesamtkomposition ein. Gregor Gysi setzt es knapp und prägnant in Worte: Reichtum besteuern! In Zeiten der Globalisierung, wo das weltweite Durchschnittseinkommen bei etwa 200 Euro pro Monat liegt, heißt das: Wir Deutsche sollen mehr abgeben. Der tatsächliche Reichtum, in dem wir alle leben, muss stärker besteuert werden. Gysi ist ehrlich: Er fordert höhere Steuern für alle, damit alle Reichen, also alle Bürger in Deutschland, weniger Reichtum haben. Denn es darf nicht sein, dass ein kubanischer  oder kolumbianischer Landarbeiter oder rumänischer Polizist in einem Monat soviel verdient wie ein deutscher Hartz-IV-Empfänger in drei Tagen einstreicht.

Gleichheit ist unteilbar!

Wird es den gewendeten Sozialisten gelingen, den Wohlstand wieder etwa auf das Niveau der DDR zurückzuschrauben? Die Linke hat alle Instrumente dafür bereit. Sie braucht nur in ihre Mottenkiste des Sozialismus zu greifen: Stärkere Besteuerung aller, Verstaatlichung der Energiewirtschaft und weiterer Schlüsselindustrien. Es wird erneut gelingen, den Wohlstand für alle in eine Armut für alle oder doch wenigstens Mangelbewirtschaftung für alle umzuwandeln! Die Linke schafft das schon. Man nennt es weiterhin demokratischen Sozialismus. Wie es schon in Dutzenden von Staaten von der Sowjetunion über Libyen und die DDR bis hin zu Kuba gelungen ist.

Allerdings wird es vorerst in der BRD immer ein paar Glückskekse für alle geben: Dunkin Donuts. Diese Donuts heißen dann: 150 Euro mehr für Hartz-IV-Empfänger – also den Gegenwert eines neuen Handys mit Organizer-Funktion, jeden Monat!  Toll, was der Gregor uns allen schenken will. Na, da kann man noch ein paar Zoll auf die Bilddiagnonale des Flachbildfernsehers drauflegen. Toll, toll, toll. Danke Gregor. Dafür gehen wir zum Saturn oder zum Mediamarkt. Konsumieren satt, bis wir Sterne sehen. Noch mal herzlichen Dank für das Angebot, Gregor!

Ach Gregor. Mach mal PAUSE. Ihr steht im historischen Halteverbot. Das Halteverbot zeigt eindeutig nach links. Unser Bild beweist es.  Reichtum hergeben? Reichtum besteuern? Dann fangen wir mal mit den vielen Hunderten Millionen aus dem SED-Vermögen an. Wo sind sie hin? Es fehlen noch einige klitzekleine Kassenzettel … Damit könnt ihr uns dann gerne zum Dunkin Donuts und zum Saturn einladen.

(Johannes)

11 Antworten to 'Reichtum für alle stärker besteuern!'

Subscribe to comments with RSS oder TrackBack to 'Reichtum für alle stärker besteuern!'.

  1. x-berg said,

    Panem et circenses

  2. Friedrich said,

    Noch interessanter finde ich das Plakat „Reichtum für alle“. Nicht etwa, weil die Plakate zusammengenommen auch heißten könnten „alle besteuern“, sondern weil hier endgültig der Irrealismus in die Politik Einzug zieht. Zumindest, solange die Linke Reichtum so definiert, wie sie ihn immer definiert. Danach ist jemand reich, wenn er das Doppelte eines gegebenen Durchschnittseinkommens verdient. Wenn das Durchschnittseinkommen bei 1 Mio Euro läge, würde also die Linke einen erst mit 2 Mio Euro Einkommen als reich bezeichnen. Wie sie unter solchen Umständen aber Reichtum für alle schaffen möchte, ist unklar. Alle sollen das Doppelte des Durchschnitts verdienen. Vielleicht sollten doch die Schulen zuerst einmal verbessert werden.

  3. padua said,

    Wenn die CDU ehrlich wäre müsste sie eigentlich plakatieren:

    „Reichtum für wenige – Armut für viele“

    „Armut besteuern“

    „Nehmt den Armen und gebt den Reichen“

    Übrigens alles sehr unchristlich…

    • Volker Lee said,

      Sehr passend beschrieben!

  4. Friedrich said,

    Padua scheint die mathemetische Inkonsequenz der Losungen nicht zu verstehen. Es ist rein logisch nicht möglich bei einer relativen Reichtumsdefinition Reichtum für alle zu proklamieren. Aber das Bildungssystem Berlins ist ja inzwischen erwiesenermaßen nicht das beste.
    Und zum Christentum: Das Christentum predigte nie Reichtum für alle. Es predigt aber Nächstenliebe und Unterstützung derer, die in Not sind. Diese Nächstenliebe wird laut Christentum nie perfekt sein, weil wir laut Christentum alle sündig sind. Dennoch sehe ich eine Erfüllung dieser christlichen Ideale bei Frau Lengsfeld eher gegeben als bei Ströbele, Böhning oder Wawzyniak. Und auch bei der CDU eher als bei der Linken oder der SPD.
    Die CDU hat ja auch nicht die Berliner Regierung geführt, die es geschafft hat, die höchste Arbeitslosigkeit Deutschlands zu erzielen (das waren Linke und SPD) und sie hat nicht die katastrophalen Schulen geschaffen, deren Abgänger Schwierigkeiten im Arbeitsleben haben (die befinden sich in Bundesländern mit SPD- und Linker Tradition).
    Und schließlich zum Mythos der Umverteilung von unten nach oben. Sie ist nicht existent. Es gibt bereits heute eine massive Umverteilung von oben nach unten. Das reichste 1% der Bevölkerung bestreitet 50% der Umverteilung. Das kann man gut oder schlecht finden, aber es ist eine statistische Wahrheit. An wen das Geld fließt, ob es mehr oder weniger sein sollte, Ob es in Ordnung ist, daß die Belastung der Mittelklasse und der kleinen Einkommen unvergleichlich höher ist als der hohen Einkommen in relativer Hinsicht, das ist alles diskussionswürdig und auch nicht zu meiner Zufriedenheit und ich darf die Vermutung äußern – auch nicht zur Zufriedenheit von Frau Lengsfeld – gelöst. Aber eine Umverteilung von unten nach oben ist eine Propagandalüge der schlimmsten Sorte (sofern man damit nicht meint, daß ein Arbeitslosenhaushalt mit 3 Kindern mehr verdient als eine entsprechende Familie mit Durchschnittseinkommen der arbeitenden Eltern. In diesen Fällen gibt es tatsächlich eine Umverteilung von unten nach oben, wobei die Arbeitslosen oben sind).
    Also Padua, schnell noch einmal in die VHS bevor Linke und Grüne sie unserem Bezirk geschlossen haben (ich hoffe, daß sie überhaupt noch fundierte Mathematikkurse anbieten).


  5. @ padua: Wohlstand für alle – das war die magische Formel der CDU, die in der Tat ALLEN, auch den Arbeitslosen, ein in der gesamten deutschen Geschichte nie dagewesenes Maß an Reichtum bescherte. Niemand braucht von Almosen zu leben. Wirkliche Armut gibt es in der Tat heute in Deutschland nicht, auch dank der CDU und der SPD. Im Gegensatz zu Ländern wie Albanien, Rumänien, Weißrussland oder Ägypten. Sehr wohl gibt es Vernachlässigung, insbesondere der Kinder.

  6. Lupo said,

    Ich bin auch für die Besteuerung von Reichtum, in Einzelfällen auch für totale Enteignung. Ja! Insbesondere von Parteivermögen, das von der Einheitspartei SED auf Kosten des Volkes zusammengerafft und nach dem Sturz der Diktatur nach dem Mauerfall unter dem Genossen Gysi eiligst ins Ausland verschoben wurde, wahrscheinlich in jetzt bekämpfte Steuerparadiese wie Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg.
    Dieses Geld muß denen zurückgegeben werden, denen es gestohlen wurde, also der Bevölkerung der ehemaligen DDR! „Reichtum für alle“ bekäme dann eine völlig neue Dimension.

  7. Volker Lee said,

    Den Armen erzählen wir dann einfach was von Reichtum nach dem Tod oder im nächsten Leben. Auf jeden Fall bald, ganz sicher! So hat das die Kirche damals auch gemacht und die Leute dazu indoktriniert, die ständische Gesellschaft ins Herz zu schließen.

    Möchte noch jemand Ablassbriefe kaufen?

    • waehltvera said,

      Herr Lee, wir sind hier nicht die Kirche, sondern eine politische Partei!

      Nein, niemand möchte Ablassbriefe kaufen. Die soziale Marktwirtschaft hat jedenfalls einen in der Menschheitsgeschichte beispiellosen Wohlstand für alle geschaffen. Jeder Arbeitslose mit drei oder mehr Kindern hat heute einen höheren Lebensstandard als selbst ein SED-Kreisfunktionär in der DDR.

      Wir haben keine ständische Gesellschaft mehr, sondern eine dynamische Gesellschaft, in der es jedem freisteht, durch Fleiß, Chuzpe und richtige Chancenverwertung den Aufstieg zu schaffen. So wie Gregor Gysi. So wie Katja Kipping etwa. Im Alter von 31 Jahren verdient die stellvertr. Bundesvorsitzende der Linken heute mehr Geld, hat mehr Reichtum, als selbst ein Walter Ulbricht oder Honecker je hatten. Also: allen geht es in der Marktwirtschaft besser, sogar den Sozialisten. Es gibt in der Bundesrepublik heute keine echte Armut – im Gegensatz zu Ländern wie Weißrussland, UIkraine, Albanien, Ägypten oder Libanon.

  8. Volker Lee said,

    Es mag ja sein, dass ich irgendwann auch in meinem Geldspeicher sitze und mich über die Besteuerung aufrege. Dann werde ich allein aus Gründen der Besitzstandswahrung wohl auch zur CDU konvertieren.

    Bis dahin mache ich mir aber noch Gedanken, ob es wirklich gerecht ist, mit scheinfadigen Argumenten für eine „soziale“ Marktwirtschaft einzutreten, wo Bosse sich die goldenen Glückskekse einheimsen und den undynamischen Bedürftigen in der Not dann erklärt wird, dass einfach nicht mehr Geld für sie da wäre.

    Und nein, Herr Gysi möchte bestimmt mit seinem Bundestagsmandat nicht dafür eintreten, dass kolumbianische Landarbeiter stärker besteuert werden. Aber insgeheim war Ihnen das doch klar, oder?

  9. Jens Seih said,

    Auch hier:


Schreibe einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: