Waehltverablog


Putins Reich und Glinkas Lieder

Posted in 1 von waehltvera - 4. September 2009

CDU und Kultur sind kein Widerspruch. Am Mittwoch gab es im „Max und Moritz“ das erste mal eine Veranstaltung „Politik und Musik“. Die ukrainische Autorin Lena Kornyeyeva las aus ihrem Buch „Putins Reich“, mit dem Untertitel: „Neostalinismus auf Verlangen des Volkes“. Kornyeyeva, die einem Volk angehört, das wie kein zweites unter Stalin gelitten hat und  Millionen von Opfern bringen musste, hat vielleicht deshalb einen besonders scharfen Blick auf die Entwicklungen im Nachbarland. Sie untersucht gesellschaftliche Phänomene, die von der russischen Macht bewusst herbeigeführt wurden: der Wunsch nach einer starken Hand, das Spielen mit der Möglichkeit eines neuen kalten Krieges, die Idee eines neuen russischen Imperiums, das alle Nachfolgestaaten der Sowjetunion fürchten.

Die Macht wird auf dem Rücken eines immer machtloseren Volkes aufgebaut, dem nach dem Kollaps des Sowjetregimes niemals wirklich die Gelegenheit gegeben wurde, erwachsen und selbstbestimmt zu werden.

Nach einem hochphilosophischen Exkurs gab es noch eine lebhafte Diskussion, dann kam die Musik.

Die russische Sängerin Irina Potapenko hat sich der Pflege einer aussterbenden Kunst verschrieben: dem Liedgut. In Deutschland gibt es außerhalb von Hamburg und Weimar kaum noch Orte, wo man die zauberhaften Kunstlieder des 19. Jahrhunderts hören kann.

Begleitet auf dem Klavier von Lala Isakowa bot die Mezzosopranistin acht Lieder von Glinka, Rimskij-Korsakow und Tschaikowskij, die einen nachhaltigen Eindruck vom reichhaltigen russischen Musikschaffen vermittelten. Später erzählte mir der Kellner, auch im benachbarten Raum sei es unter den Gästen still geworden und man hätte den Klängen von nebenan gelauscht.

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