Waehltverablog


Diskussion über 20 Jahre Mauerfall in der Galiläakirche

Posted in 1 von waehltvera - 27. August 2009

Die Hedwig-Wachenheim-Gesellschaft hatte eingeladen und fast alle Direktkandidaten waren gekommen. Ströbele wie immer zu spät, aber diesmal aus gutem Grund. Der BND-Untersuchungsausschuss des Bundestages hatte sich zu einer Sondersitzung getroffen.Was verbindet die Podiumsteilnehmer mit der Friedlichen Revolution in der DDR und wie hat sie das Leben beeinflusst? Ich nutzte meinen Beitrag zu einer kurzen Geschichte der DDR-Bürgerbewegung und besonders der Rolle des Jugendwiderstandes, dem in der Kirche eine Ausstellung gewidmet ist. Björn Böhning von der SPD glaubte, vor einem „erhobenen Zeigefinger“ bei der Präsentation der DDR-Geschichte in den Gedenkstätten warnen zu müssen und musste sich prompt sagen lassen, dass gerade so etwas nicht passiert. Die ehemaligen Häftlinge in Hohenschönhausen erzählen ihre Lebensgeschichten ohne ideologischen Ballast und erzielen gerade damit eine große Wirkung. Frau Halina von der Linken betonte, die DDR sei kein Rechtsstaat gewesen und erst ihr Verschwinden habe den Weg zum „wahren Sozialismus“ frei gemacht. Damit löste sie wenig Begeisterung im Publikum aus. Einmal Sozialismus war für die allermeisten der 70 Anwesenden genau einmal zu viel. Ströbele redete lange, um seine Unsicherheit zu kaschieren. Er fühlte sich sichtlich nicht wohl. Ja, Stasi im Westen müsste aufgeklärt werden. Nein, die Rosenholz-Dateien seien dafür nicht geeignet. Warum nicht? So lange die nicht zugänglich gemacht werden für die wissenschaftliche Forschung, wird das Kapitel „Stasi im Westen“ ein Buch mit sieben Siegeln bleiben. Die Diskussion blieb spannend bis zum Schluss. Als Letztes wurde Frau Halina gefragt, was sie, die alle Geheimdienste abschaffen wolle, denn zu den Geheimdienstleuten sage, die sich in ihrer Partei tummelten? Und dazu, dass bei der Aushebung der Massengräber von jüdischen Zwangsarbeitern in Jarmlitz in den siebziger Jahren den Skeletten die Goldkronen rausgebrochen worden seien? Das war ein deutliches Signal, dass die Amnesie bezüglich der DDR-Geschichte doch nicht ganz so flächendeckend ist, wie die PDS, Verzeihung, Linke, hofft. Als alles fast schon vorbei war, kam doch noch eine Frage  nach den angeblich sexistischen Politiker-Plakaten, aber der Rest des Publikums war nicht interessiert. An diesem Abend ging es nur um Inhalte.

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: