Waehltverablog


„Wir haben Erfolg!“

Posted in Allgemein von waehltvera - 13. August 2009

Finkelstein_14_04367Ja, wir schaffen das!“, „Wir haben mehr zu bieten„, „Wir haben Erfolg“ – dies sind knappe, beherzte Mutmacher- und Merksätze. Sehr viel mehr als eine positive Grundhaltung zum Leben drücken sie vermutlich nicht aus. Was uns zum heutigen Buchtipp führt! Zu einem Buch, dem wir viele, sehr viele Leser und auch Leserinnen wünschen: “Wir haben Erfolg” von Kerstin E. Finkelstein. Die in Berlin lebende Autorin hat es geschafft, 30 deutsche Frauen muslimischer Herkunft ihre Geschichten erzählen zu lassen: Erzählungen von individuellen “Wegen zur Freiheit”. So wie Vera Lengsfeld in ihrem Buch ihren individuellen „Weg zur Freiheit“ erzählt hat.  Grundbotschaft: Erfolg ist möglich, wir übernehmen Verantwortung, wir sehen uns nicht als Benachteiligte. Ob als Polizistin, Ärztin, Professorin oder Unternehmerin.

Wir halten dieses Buch für äußerst wichtig. Es hilft uns bei folgender Frage: Wie schaffen wir es, die 50% der unter 6 Jahre alten Berliner deutschen Kinder, die fälschlich als „Migrantenkinder“ bezeichnet werden, so ins Leben zu führen, dass sie selbstbewusst, frei, selbstverantwortlich ihr Leben meistern – dass ihr Leben gelingt?

Wir haben noch keine Antworten. Aber wir haben erste Erfolgsgeschichten. Bitte weiter dranbleiben! Bitte das Thema fleißig im Bundestagswahlkampf ansprechen!

Hier die Angaben:

Kerstin E. Finkelstein: “Wir haben Erfolg!” 30 muslimische Frauen in Deutschland. Vorwort von Seyran Ates. Fackelträger Verlag Köln, 2008. 223 Seiten

P.S.: Auch hier haben es wieder die besonders  jungen dieser 30 deutschen Frauen auf das Cover geschafft. Die über 50-Jährigen, wie etwa die Bundestagsabgeordnete Lale Akgün, fehlen. Die Frauen über 50 Jahren kommen zwar vor, man hört ihnen zu. Aber man stellt sie nicht vorne hin. Die sind nicht jung genug. Die sind nicht hübsch genug. Die verkaufen sich nicht so gut. Ich nehme an, das haben die Marketingspezialisten so eingerichtet. Denkt mal über Frauenbilder nach, ihr Werbefachleute! Alice Schwarzer, wir bitten um Ihren Kommentar zum Frauenbild unserer Werbefachleute.

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13 Antworten to '„Wir haben Erfolg!“'

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  1. Karl Eduard said,

    Ja, 30 haben Erfolg und wieviele Millionen nicht? Und bitte schön, wieso müssen WIR es schaffen? Früher musste es auch kein Anderer für mich schaffen oder hat für Euch mal irgendwann ES jemand geschafft? Musstet Ihr nicht auch selbst lernen? Musstet Ihr nicht selber lesen, statt darauf zu warten, dass jemand das Essen und den Schulabschluss ans Bett bringt? Habt Ihr Euch nicht selbst bemüht, um Ausbildung und Beruf zu meistern?

    Wieso kommt Ihr dann darauf, die könnten es nicht, die Ihr als die Migrantenkinder bezeichnet? Die können schon, nur sie brauchen es nicht. Es besteht keine Notwendigkeit, weil es eine grosse Kümmerindustrie gibt, die von Steuergelden bezahlt wird, den Migrantenkindern den Hintern abzuputzen.

    Und, was heisst MIgrantenkinder? Es gibt keine Migrantenkinder, die Probleme haben. Die Kinder aus Europa, Amerika und Australien haben keine Probleme bei der Integration und beim Lernen. Die Kinder aus Asien haben keine Probleme. Die haben eine Lern- und Bildungskultur. Die Kinder der Vertragsarbeitervietnamesen in Brandenburg sind vielfach besser als ihre deutschen Altersgenossen. Es gibt nur eine Gruppe die Probleme macht, keine Migrantenkinder. Aber die müssen nicht umsorgt werden. Die sind nämlich weder geistig, noch körperlich behindert.

  2. Iris said,

    Es gibt nur eine Gruppe die Probleme macht

    Ja, welche denn? Solche Töne kommen mir bekannt vor … aus dem Geschichtsunterricht.

  3. x-berg said,

    @iris

    wohl wahr, Beiträge wie diese haben erst heute gezeigt, wie manche ihr Gesinnung nett verpacken wollen, obwohl das Plakat(Thüringen) ja deutlich gemacht hat was nun kommen muss
    Parteiausschluss JETZT

  4. nana said,

    …keine Sorge der Piepmatz da oben kann ja garnicht fliegen, das Bild hat Symbolcharakter.


  5. aha,
    nana, x-berg und iris,
    ihr geht aber seltsamerweise nicht auf das ein, was Karl Eduard sagte.
    stattdessen: „der Piepmatz“, „Beiträge wie diese“, „Solche Töne kommen mir bekannt vor“.

    „muslimischer Herkunft“ – ist auch eine seltsame Beschreibung.(abgesehen davon, das Buch selbst beschreibt „muslimische Frauen“
    stellt euch mal „Wir haben Erfolg! 12 evangelisch-lutheranische Männer in Bayern“ vor…

    „Erfolg ist möglich, wir übernehmen Verantwortung“ – das ist soooo selbstverständlich. Die besagten Frauen haben einfach den Ehrgeiz in ihren Beruf gerichtet. Die brauchen nicht gepampert zu werden. Und was den Kommentar von Karl Eduard betrifft, ich sehe das ähnlich. Das Problem ist nicht die Herkunft, das Problem ist die Einstellung. Wer seinen Kindern bestmögliche Bildung anrät, statt der Missachtung von Lehrerinnen und wer Respekt für Deutschlands Kultur und Staatswesen zeigt, statt „religiöser“ Hetzerei, der ist integriert und deutsch … deshalb ist der asiatische Gemüsehändler, dessen Töchter mit meinem Sohn aufs Gymasium gehen mir auch näher, als …. (hier Klischèe) …

  6. oelsnitzer said,

    Karl Eduard sagte,
    am 13. August 2009 am 16:19
    Ja, 30 haben Erfolg und wieviele Millionen nicht? Und bitte schön, wieso …

    Der „Türkenhasser“, auch aktiv bei http://www.cdu-politik.de meldet sich zu Wort. Da Vera L. auch für die poltischen Inhalte steht, ein weiterer Grund sie nicht zu wählen.

  7. shlomo said,

    @oelsnitzer
    könnten sie ihre „türkenhasser“-spekulation auch noch irgendwie argumentativ untermauern, oder ist dies ein rein moralisierender „tatbestand“?
    es mag ja sein, dass ich etwaige volksverhetzende aussagen des blogbetreibers aufgrund der menge der daten übersehen habe. oder berufen sie sich hierbei auf kolats unrühmliche forderung des geschichtsrevisionismus?

    langsam scheint mir, dass „nazifizierungs-indikatoren“ äußerst individuell festgelegt werden. der „erfühlte“ nazi ist wahhafter denn der tatsächliche.

    interessant!

  8. Iris said,

    @shlomo:
    Wer einer ganzen Bevölkerungsgruppe, nur aufgrund ihrer Herkunft oder Religion, unterstellt, einer Gesellschaft Probleme zu machen, grenzt sie aus und beraubt sie ihrer Menschenwürde, in dem Sinne, dass er den Einzelnen nicht mehr als gleichwertiges und gleichberechtigtes Individuum respektiert. Das ist nach meiner Auffassung bereits Nazi-Denke. Denn es hat bereits einmal in diesem Land den Boden bereitet, für eine Spaltung der Gesellschaft in Die und Wir, Mitmenschen und Untermenschen. Diesbezüglich mache ich keine Kompromisse und weiche keinen Millimeter von meiner Position, denn Nazi-Demagogen darf man m.E. nicht einen Millimeter Boden überlassen. Oder sehen Sie es anders?
    Und ja, ich bin sehr sensibel gegenüber maskierten Versuchen der Ausgrenzung, denn die meisten Neonazis, auf die ich traf, liefen nicht rum und outeten sich offen als Nazis, sondern sie tarnten sich als aufrechte, gerechtigkeitsliebende, lediglich um das Gemeinwohl besorgte Bürger. Es sind in meinen Augen mehrheitlich Feiglinge, die ihre Dummheit und Menschenfeindlichkeit in vollem Ausmaß nur hinter vorgehaltener Hand und unter Gleichgesinnten äußern. Genau deswegen stimmten viele Meinungsumfragen vor Wahlen, nach denen die NPD in die Parlamente einzog, auch nicht annähernd mit den tatsächlichen Wahlergebnissen überein: Die wenigsten NPD-Wähler sind bekennende NPD-Wähler.

  9. shlomo said,

    @iris

    sie versuchen stellvertretend und pauschal den rassismus zu erläutern. das ist zwar schön und gut und ich teile durchaus ihre auffassungen. nur erläutert mir das nicht den zusammenhang des sogenannten „türkenhassers“ und den sich darauf beziehenden verweis. ich werde keiner „nazi-demogogie“ dies betreffend fündig.

    zurück zu karl eduards äusserungen (wobei er selbst dies wohl hätte besser erläutern sollen!):
    „…wieso müssen WIR es schaffen?“
    „Musstet Ihr nicht auch selbst lernen?“
    „Wieso kommt Ihr dann darauf, die könnten es nicht, die Ihr als die Migrantenkinder bezeichnet?“
    „Es gibt keine Migrantenkinder, die Probleme haben.“
    „Es gibt nur eine Gruppe die Probleme macht, keine Migrantenkinder.“

    ich fasse zusammen: karl eduard setzt auf die individuelle leistung, sich zu integrieren. ganz gleich welcher ethnischen zugehörigkeit.
    das stigma des „migranten“ lehnt er in hinblick auf die sonst erfolgreiche integration ab. er weist dennoch auf die größte problemgruppe, die der ehemals türkischen einwander, hin. im kontext zum buch.
    dass sich die integration türkischstämmiger überproportional schwierig gestaltet, ist mittlerweile wissenschaftlich fundiert.
    (s. auch http://www.berlin-institut.org –> „ungenutze potentiale – zur lage der integration in deutschland“)

    über das „wie“ ließe sich demnach vortrefflich streiten. aber nicht mehr, dass es dieses problem gibt.
    die bloße wahrnehmung dieser „integrationsproblematik“ ist nicht faschistoid. der „umgang“ hiermit kann sein (siehe npd).

    schönes wochenende!

  10. Iris said,

    @shlomo:

    nur erläutert mir das nicht den zusammenhang des sogenannten “türkenhassers”

    Das muss ich Ihnen auch nicht erläutern, denn ich habe hier niemanden einen ‚Türkenhasser‘ genannt.

    er weist dennoch auf die größte problemgruppe, die der ehemals türkischen einwander, hin. im kontext zum buch.

    Die ehemals türkischen Einwanderer sind in meinen Augen keine Problemgruppe – auch dann nicht, wenn man Integrationsprobleme in Deutschland thematisiert. Die sind nämlich m.E. nicht einseitig durch die Minderheit verursacht, sondern mindestens in gleichem Maße durch die Mehrheitsgesellschaft. Dementsprechend ist es unser aller Aufgabe, uns stärker um Integration aller Einwanderer zu bemühen – unabhängig von ihrer Herkunft oder Religion.

    Und um die ganze Thematik abzukürzen: Mir ist offen gesagt egal, was irgendwelche Wissenschaftler über diese Problematik gesagt oder geschrieben haben, der sogenannte ‚Clash of Civilizations‘ ist in meinen Augen eine selbsterfüllende Prophezeiung, eine Erfindung derjenigen, deren nationalen und globalen Interessen er nützt. Und ich beobachte nun bereits einige Jahre, wer ihn wie herbeiprophezeit.
    Cui bono? Wer die richtigen Fragen stellt, findet auch wahrhaftige Antworten.

    Ebenfalls ein schönes Wochenende!

  11. shlomo said,

    @iris

    „Mir ist offen gesagt egal, was irgendwelche Wissenschaftler über diese Problematik gesagt oder geschrieben haben, …“

    danke!
    und sie haben recht: verschwörungstheoretische „clash of civilizations“-dispute nach dem cui-bono-prinzip habe ich nicht vor, zu diskutieren. insbesondere, da sich diese als faktenresistent- und/oder adaptierend, unverbindlich und daher als unmöglich widerlegbar charakterisieren.
    „wahrhaftige antworten“ inbegriffen.

  12. Iris said,

    @shlomo:

    Nicht zu danken. Sie kanzeln meine Frage nach der Motivation von Meinungsmache pauschal als Verschwörungstheorie ab? Nicht sehr originell, aber bitte, das steht Ihnen frei. Ich habe derzeit auch wenig Lust und Zeit, mich auf eine weitgehend vorhersehbare Endlosdiskussion zu dieser Thematik einzulassen. Ich schlage vor, Sie verwenden Ihre Zeit lieber auf jemanden, den Sie mit ihren Argumenten evtl. noch überraschen können. Das ist dann wenigstens für beide nicht ganz so langweilig ;o).
    Schönes Wochenende!

    • shlomo said,

      @ ach iris,
      sie wollen wirklich nur lesen, was ihnen gemach scheint.

      1. richtete ich meine anfrage an kommentator „oelsnitzer“.
      weshalb sie nun wiederum antworten, ist mir immernoch schleierhaft. die anschuldigungen des „türkenhassers“ inklusive verlinkung wurde meiner anfrage nach jedenfalls nicht erwiesen, noch sonstwie bekräftigt.

      2.“der sogenannte ‘Clash of Civilizations’ ist in meinen Augen eine selbsterfüllende Prophezeiung, eine Erfindung derjenigen, deren nationalen und globalen Interessen er nützt.“
      „Cui bono? Wer die richtigen Fragen stellt, findet auch wahrhaftige Antworten.“

      na, wenn das nicht bestes verschwörungs-kauderwelsch ist…

      3. „Ich schlage vor, Sie verwenden Ihre Zeit lieber auf jemanden, den Sie mit ihren Argumenten evtl. noch überraschen können.“

      stimmt. mit argumenten ist ihnen nicht beizukommen. das liegt in der natur der sache.


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