Waehltverablog


Grobe Fäuste, oder: Rechnungen, die wir liebend gerne bezahlen …

Posted in Allgemein von waehltvera - 25. Juli 2009

Immer wieder sollte man versuchen, das Feingefühl für große Zahlen in der Finanzpolitik durch grobe Faustrechnungen zu stählen! Leitfrage dabei sollte sein: Was hätte man mit dem Geld Sinnvolleres machen können?

Ein Beispiel! Heute meldet die WELT:

Tempelhof-Einsatz kostet eine Million Euro
Der Großeinsatz der Polizei bei der versuchten Besetzung des früheren Berliner Flughafens Tempelhof im Juni hat knapp eine Million Euro gekostet. Die Kosten für die Berliner Polizei lägen bei etwa 883 500 Euro. Dies geht aus einer Antwort auf eine FDP-Anfrage hervor, die die Senatsverwaltung am Freitag veröffentlichte. Von dem Betrag entfielen 523 000 Euro auf Berliner Beamte, 346 500 Euro auf Unterstützungskräfte des Bundes und der Länder und etwa 14 000 Euro auf Versorgung und Unterbringung. An dem Einsatz waren rund 1500 Beamte beteiligt.

Aha! 1 Million, das ist ganz grob gerechnet soviel wie das Land Berlin jährlich in die Förderung von allerlei Gruppen und Initiativen gegen Rechtsradikalismus, Rassismus und Antisemitismus steckt.  Ohne den machtvoll angekündigten Tempelhof-Erstürmungsversuch hätte man also doppelt soviel Geld zur Förderung von allerlei Gruppen und Initiativen gegen Rechtsradikalismus, Rassismus und Antisemitismus ausgeben können. Oder denselben Betrag für Initiativen gegen politisch motivierte Gewalt überhaupt. Ja, warum eigentlich nicht?

Zweite Umrechnung: Laut Paritätischem Wohlfahrtsverband würde die von der designierten Sozialsenatorin Carola Bluhm geforderte Kita-Qualitätsoffensive (1500 Erzieher und 400 freigestellte Kita-Leiter) 80 Millionen Euro jährlich kosten. Mit 1 Million Euro, verteilt über 365 Tage, könnte man ungefähr 18 Erzieherinnen und 5 freigestellte Kita-Leiterinnen für 1 Jahr bezahlen. Oder: Man hätte mit dem Geld, das zum Schutz einer riesigen landeseigenen Immobilie aufgewendet werden musste, die geforderten 1500 Erzieher und die 400 freigestellten Kita-Leiter für eine 4,5-Tage-Arbeitswoche bezahlen können.

Ist nur ‘ne grobe Faustrechnung. Bitte rechnet nach. Aber ist ‘ne ganze Menge Zeug, oder?

Die Tempelhof-Demo hat also an einem einzigen Wochenende uns Steuerzahler und Bürger und unsere Kinder etwa 18 Erzieherinnen und 5 freigestellte Kita-Leiter für ein Jahr gekostet. Sie hat etwa so viel gekostet wie der Senat zur Förderung von Gruppen und Initiativen gegen rechts pro Jahr ausgibt. Das sind Rechnungen, die wir liebend gerne bezahlen – für unsere reifere Jugend, die ja SOO gerne an Zäunen SPIELT.

Was ist euch lieber? Wo brennt es mehr?

Folgendes wär gar nicht schlecht: Mehr Geld in Kitas!

Und dann:  Senatsgeförderte Initiativen und Grüppchen alle auf den Prüfstand stellen! Ist die Statsknete in jedem Fall sinnvoll ausgegeben?

Genau das hat unsere Kandidatin Vera Lengsfeld am Mittwoch zu recht bei der Diskussion mit den Vertretern der Bundespolizei und  der Polizeigewerkschaft gefordert. Frau Lengsfeld, bleiben Sie dran!

Beitrag von Johannes Hampel

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