Waehltverablog


Stasi endlich zum Altpapierhändler?

Posted in Allgemein von waehltvera - 23. Juli 2009

Über das unvermutete Auftauchen von Stasi-Akten ist mittlerweile eine lebhafte Debatte in Blogs und Zeitungen entbrannt.  Ihr erinnert euch: Bei Drehaufnahmen für die Verfilmung des Stücks „Staatssicherheiten“ flatterten plötzlich originale Stasi-Akten des Mitwirkenden Mario Röllig auf. Wie kam es dazu? Vermutungen schießen ins Kraut. Was schreibt die heute erschienene ZEIT dazu? Lest selbst:

„In Babelsberg und bei der Birthler-Behörde haben sie natürlich erst mal keine Erklärung, aber sie lassen durchblicken, dass Herr Röllig seine Akten vielleicht schlampig beaufsichtigt habe. Irgendwer könnte sie kopiert und an den Set geschmuggelt haben. Aber wer? Und warum erwähnt niemand die naheliegende Tatsache, dass die Birthler-Behörde immer noch mehrere Dutzend ehemalige hauptamtliche Stasimitarbeiter beschäftigt, unter anderem als »Wachpersonal«? Und dass Stasis die einstigen Häftlinge ständig einzuschüchtern versuchen durch Lügen, Verleumden, Prozessieren? Röllig hat kürzlich erst einen Prozess gegen einen Ex-Oberstleutnant gewonnen, der vor 1989 die Diversionsabteilung des MfS in Berlin leitete – zuständig unter anderem für Rufmord an Oppositionellen.

via Der Fall Mario Röllig: Die Geheimrequisite | ZEIT ONLINE.“

Es lohnt sich, den Artikel ganz zu lesen! Wir unterlassen es, ihn hier ganz wiederzugeben, da dies gegen Urheberrechtsbestimmungen verstieße. Eines ist sicher: Das Thema SED und Stasi wird uns immer wieder anflattern – und zwar an Stellen, wo wir das am wenigsten vermutet hätten. Es ist noch lange nicht zum Altpapierhändler der Geschichte zu tragen, wie so manche es aus allzu begreiflichen Gründen gerne hätten. Einzelne Politiker wie etwa Vera Lengsfeld oder Arnold Vaatz kämpfen für mehr Aufklärung. Gut! Wir brauchen mehr davon.

Eine erste Reaktion des Volkes auf das parteiübergreifende Runterkochen und Verdunkeln von Sachverhalten wird man jedoch immer wieder feststellen können:

Ach, DIE stecken doch eh alle unter einer Decke!

So höre ich es immer wieder, wenn ich mit Menschen aus der früheren DDR spreche. Und dann folgt fast routinemäßig der zweite Satz:  „Ich war in der DDR nie bei einer Partei, werde auch in der Bundesrepublik nie bei einer Partei sein. Darauf bin ich stolz!“

Ihr seht: Mangelnder Wille zur Klarheit bei den Parteien schlägt in Unmut, Misstrauen und Politikferne bei den Bürgern um. Und er treibt die Menschen in die Arme jener Randparteien, die eben offenkundig nicht „unter einer Decke stecken“. Drei Mal dürft ihr raten, welcher politische Rand damit gemeint ist! Na, klickt es?

(Heißer Tipp: Es sind nicht die Linken gemeint.)

Beitrag von Johannes Hampel

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