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Opfer von rechtsradikaler Gewalt von der Antifa angerempelt, bespuckt und beschimpft- auf der Demo gegen „rechte Gewalt“

Posted in 1 von waehltvera - 19. Juli 2009

Keine Gewalt 090718 In den heutigen Zeitungen steht im Berlin-Teil zu lesen, wie friedlich die gestrige Demonstration gegen rechtsradikale Gewalt verlaufen sei. Das trifft auf die Mehrzahl der Teilnehmer zu. Aber längst nicht auf alle. Wir, das sind die tapfere Ivonne, 2x Wolfgang, Hans, Gisbert, Mario und ich, haben erlebt, wie ein Opfer neonazistischer Gewalt von der Antifa angerempelt, beschimpft und bespuckt wurde.
Hier sind unsere Erfahrungen:
Im Vorfeld war im Internet von der Antifa beklagt worden, dass die Zivilgesellschaft ihren Demonstrationen fernbleiben würde. Also beschlossen wir, uns diesmal anzuschließen, um für Gewaltfreiheit als bestes Mittel gegen Gewalt zu werben. Auf unseren Schildern stand: „Keine Gewalt“. Die Veranstalter hatten versichert, dass die Demonstration selbstverständlich friedlich verlaufen würde. Da hätten wir eigentlich willkommen sein müssen.
Wir kamen am Beginn des Demonstrationszuges, der vom so genannten „Schwarzen Block“ gebildet wurde, zu stehen. Herr Ströbele von den Grünen erschien und schüttelte einigen Vertretern des Schwarzen Blocks die Hand. Er sah demonstrativ nicht in unsere Richtung.
Wir blieben nicht lange unbehelligt. Auf ein kurzes Kommando stürzten ein paar schwarze Aktivisten auf uns zu und entrissen uns unsere Schilder, die sofort kurz und klein geschlagen wurden. Dabei bekam M. neben mir, der mich schützen wollte, einige Knuffe ab. Ivonne gingen sie besonders brutal an, weil sie ihr Plakat nicht hergeben wollte. Wir fingen an zu rufen: „Keine Gewalt, keine Gewalt !“. Das mobilisierte zum Glück einige kräftige Demonstrationsteilnehmer, die sich schützend vor uns stellten. Wir hatten vorsorglich zwei Plakate in Reserve, die wir nun hochhalten konnten. Wir wurden nicht mehr tätlich angegriffen, aber verbal. Ausgerechnet vom Veranstalter, der uns über den Lautsprecher zu unerwünschten Personen und Rassisten erklärte. Danach wurden wir von Vorübergehenden angespuckt. Neben mir stand M., der hier war, weil 1993 er und sein Freund in Schöneberg von Neonazis mit einer Eisenstange angegriffen worden war. Es gibt auch einen Film darüber “…Und die Opfer schweigen“, von Elke Jeanrond. Nun wurde er von der Antifa angerempelt, beschimpft und bespuckt, weil er unerwünscht war. Mehrere Demonstrationsteilnehmer entschuldigten sich bei uns, vor allem für die Hasstiraden des Veranstalters. Wir danken allen, die zu uns beigestanden haben. Aber eine Stellungnahme des Veranstalters und eine Entschuldigung wären jetzt das Mindeste.

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2 Antworten to 'Opfer von rechtsradikaler Gewalt von der Antifa angerempelt, bespuckt und beschimpft- auf der Demo gegen „rechte Gewalt“'

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  1. Max said,

    oh mein gott,

    ich habe mir viele vorstellen können, aber so etwas?

    ach warum wundere ich mich noch. was kann man von diesen leuten eigentlich noch erwarten?

    vg max


  2. Danke für euren Einsatz gegen jede agitatorische Gewalt! Gut auch, dass mindestens einige andere Teilnehmer sich schützend vor euch stellten! Wir brauchen unbedingt mehr lagerübergreifende Aktionen für eine gewaltfreie politische Auseinandersetzung!

    Plakate entwenden und zerreißen, auch wenn etwas sehr Vernünftiges darauf steht … auf ein Zeichen hin die „Unerwünschten“ bedrängen und nötigen – der Vorfall ist ECHT ÜBEL. Erinnert an Rollkommando-Methoden, wie sie Geheimpolizeien anwenden. Heute in Teheran, Schiras und Isfahan, vor 22 Jahren in Berlin (Ost) und anderen Städten!

    Komme gerade aus Leipzig zurück, sprach im Zeitgeschichtlichen Forum mit Leuten, die damals bei den Demonstrationen gegen die Stasi und die SED dabei waren. Der Ruf „Keine Gewalt!“ hat damals Schlimmes verhütet. Man ist heute in Sachsen immer noch ein bisschen sauer auf die Berliner, weil die sich damals so unverschämt bevorzugt haben. Stichwort „Versorgung“. Deswegen auch die starke rote Klientel in Teilen Berlins, die natürlich ihre angestammten Pfründe schützt. Der Schoß ist fruchtbar noch.

    Allerdings sollte man nicht – wie die Veranstalter der Antifa-Demo – immer alles auf den Faschismus schieben! Die Faschisten waren doch auch Lehrlinge der Sozialisten! Die italienischen Faschisten waren oft nur gewendete Sozialisten, wie das ehemalige PSI-Mitglied Mussolini selbst. Sie guckten sich viel von den kommunistischen Parteien ab.

    Wir brauchen also nicht nur einen breiten antifaschistischen, sondern auch einen antikommunistischen, einen anti-nationalsozialistischen, einen antibolschewistischen Konsens! Der antitotalitäre Konsens muss gestärkt werden!

    Wegen Befürwörtung der politischen Gewalt zu verurteilen sind also neben dem Faschismus auch der Bolschewismus, der Nationalsozialismus und der weltumspannende Kommunismus, – samt heute noch aktiven Nachfahren. Und abzuwehren sind alle Versuche, mit totalitären, gewaltherrlichenden Methoden Herrschaft über Menschen auszuüben. Egal, ob Mussolini, Lenin, Hitler, Stalin, Pol Pot oder Mao: Solche Politiker brauchen wir nicht. Und auch unsere selbsternannten Kiez-Taliban müssen in die Schranken gewiesen werden.

    Antikommunisten, Antifaschisten, Antinationalsozialisten, Antibolschewisten – vereinigt euch!

    Noch mal – herzlichen Dank für euren Mut. Das nächste Mal bin ich dabei.


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