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Menschenrechte gehen vor Staatssouveränität

Posted in 1 von waehltvera - 22. Juni 2009

Nachdem am Sonnabend eine junge Frau in Teheran vor laufender Kamera erschossen wurde und praktisch vor den Augen der Weltöffentlichkeit starb, hat unsere Kanzlerin endlich ihre Zurückhaltung aufgegeben und auf einer Pressekonferenz deutliche Worte gefunden. Besser spät, als gar nicht, aber die lange Woche des Schweigens ist gerade im zwanzigsten Jahr nach den Wahlfälschungen in der DDR alles andere als ein Ruhmesblatt. Die Linken schweigen noch immer. In linken Internetforen wird gar Stellung für Ahmadinedschad bezogen und die Legende von der amerikanischen Einmischung gestrickt. Die protestierenden iranischen Frauen werden als „Disco-Miezen“ verunglimpft. Selbst wenn das Einzelmeinungen sein sollten, so ist das Schweigen der Kämpfer für das Gute entlarvend.
Es ist schon beklemmend, wie stark die Mauern in den linken Köpfen noch sind. Im Iran passiert heute, was vor zwanzig Jahren im Ostblock geschah: Die Menschen wollen sich nicht mehr vorschreiben lassen, wie sie zu leben haben, sie bewegen sich. Die Politik läuft hinterher. Mussawi hat am Sonnabend erklärt, er sei bereit zum Märtyrertum. Aber die Revolution hat schon eine Märtyrerin: Neda. Es sind vor allem die Frauen im Iran, die Veränderung wollen. Dafür genügt es nicht, die Wahlstimmen neu auszuzählen, womöglich vom Wächterrat, der zu keinem andern Ergebnis kommen wird. Nein, im Iran muss unter strengster internationaler Aufsicht neu gewählt werden. Menschenrechte gehen vor Staatssouveränität!

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Eine Antwort to 'Menschenrechte gehen vor Staatssouveränität'

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  1. waehltvera said,

    Diese Massenbewegung stört das festgefügte linke Weltbild. Denn da Ahmedinedschad ein geschworener Feind der USA und Israels ist, ist er ein willkommener Bundesgenosse im unerschütterlichen Kampf gegen die „neoliberale Weltordnung“. So schreibt etwa die „junge Welt“ heute auf S. 8, das Ziel der Protestbewegung sei „die volle Wiedereingliederung des Iran in das System der imperialistischen Weltordnung“. So einfach ist das. Dabei gibt es gerade in Deutschland viele bestens ausgebildete, aus dem Iran stammende Frauen (und auch Männer, um der Wahrheit die Ehre zu geben!). Es wäre ein Segen, wenn sie wieder frei ein- und ausreisen könnten. Diese „Grünen“ brauchen unsere Unterstützung! Ein Grüner aus Kreuzberg


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