Waehltverablog


Kurras – Spitze eines Eisbergs

Posted in Allgemein von waehltvera - 12. Juni 2009

„Man fragt sich, was eigentlich noch alles geschehen muss, um zu beweisen, dass die Bundesrepublik unterwandert war. Sie war es. Und zwar durch und durch.“ So äußerte sich der Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz am 30.05. in Spiegel online.

Das ändert freilich nichts daran, dass interessierte Kreise weiterhin vor allzu genauem Nachprüfen warnen. Wer weiß, was da noch alles ans Licht käme! Der geliebte, behagliche Friede soll nicht gestört werden. Was tut es denn zur Sache, dass der Brandenburger Innenminister Schönbohm von zahlreichen Briefen eingeschüchterter Bürger erzählt, die weiterhin Angst davor haben, gegen die Stasi-Agenten auszusagen? Irgendwann muss Schluss sein! Wer wird denn Unruhe stiften, wo doch unser Staat so schöne Geschenke verteilt und sich um uns alle so großzügig kümmert? Würden Sie jemandem mit Misstrauen begegnen, der Ihnen viel Geld schenkt? Wir kümmern uns um euch! Ohne Sorge, seid ohne Sorge!

Fast täglich liefern indessen Historiker und Journalisten neue Wahrheiten über das Ausmaß der Unterwanderung der Bundesrepublik durch das MfS der DDR.  Regelmäßig werden noch heute alle Hinweise auf eine systematische Unterhöhlung der westdeutschen Institutionen als „Verschwörungstheorien“ beiseite gewischt. So etwa vom Ministerpräsidenten Platzeck.

Peter Horvath, ehemals selbst Sympathisant und Aktivist der DKP, trägt hingegen heute in der Welt Belege und Auskünfte zusammen, die selbst den hartgesottensten Skeptiker aufhorchen lassen. Eine ganze Batterie von Tarn- und Camouflage-Organisationen war aufgeboten, um die Stimmung in Westdeutschland und Westberlin anzustacheln. Zitat:

[…] Es wird immer deutlicher, dass ganz gezielt eine Wirklichkeit inszeniert wurde, die kommunistischer Propaganda und Ideologie entsprach. Die West-Berliner Polizei wurde als faschistoid inszeniert, die per Kopfschuss von hinten Studenten „hinrichtet“. Der Bundesrepublik wurde mittels der Kampagne gegen die Notstandsgesetze unterstellt, sie befände sich auf dem Weg in die Notstandsdiktatur. Meiner Ansicht nach war 1968 keine Revolte, die aus einer inneren Not geboren wurde. Vielmehr wurde eine innere Not inszeniert und provoziert, die zur Revolte führte. […]

Immer wieder wird der DDR zugute gehalten, sie habe keinen zwischenstaatlichen Krieg entfesselt und nicht Millionen und Abermillionen Menschen umgebracht. Schon deshalb dürfe man sie nicht mit der Diktatur des Nationalsozialismus vergleichen. Diese Verteidigung der DDR nimmt in der Tat einen entscheidenden Unterschied in der Strategie der marxistischen Diktaturen vor und nach dem Zweiten Weltkrieg in den Blick. Während die Sowjetunion tatsächlich – hierin dem Nationalsozialismus vergleichbar – vor dem Überfall durch Deutschland durchaus zwischenstaatliche Kriege entfesselte, angrenzende Länder mit Krieg und Terror überzog, ein umfassendes Konzentrationslagersystem errichtete  und auch Millionen der eigenen Staatsbürger in den Tod trieb, setzte die DDR von der Schließung der 10 sowjetischen Speziallager an, also etwa ab 1950, auf eine eher Luxemburgsche Unterwanderungs- und Mimikry-Strategie.

Der westdeutsche Feind wurde von innen her zersetzt. Schreibmaschinen und Flugblätter waren ebenso wichtig, ja fast noch wichtiger als Maschinengewehre und Bomben. Die eigenen Bürger wurden – wenn sie sich widersetzten – in der Regel nicht physisch vernichtet, sondern durch ein umfassendes Einschüchterungssystem zu willfährigen Staatsbürgern zurechtgestutzt.

Und mehrfach brachten die von der DDR maßgeblich unterstützten Bewegungen damit die Bundesrepublik an den Rand einer Staatskrise, so etwa 1977 durch den Terrorismus der RAF.

Die nächsten Monate werden sicherlich spannend! Der Artikel Peter Horvaths lohnt ein genaues Lesen.

(J. Hampel)

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