Waehltverablog


Heute vor zwanzig Jahren

Posted in 1 von waehltvera - 11. März 2009

nutzte der Schriftsteller Günter Grass auf einer Lesung aus Salman Rushdies Roman „Die Satanischen Verse“ in Kreuzberg die Gelegenheit, um seinen Austritt aus der Akademie der Künste zu verkünden. Grass war zwischen 1983 und 1985 selbst Präsident der Akademie. Jetzt verließ er sie im Zorn, weil sie ihre Räume nicht für eine Solidaritätsveranstaltung mit Rushdie zur Verfügung gestellt hatte. Salman Rushdie war kurz zuvor von Ayatollah Khomeini, dem damaligen geistlichen Führer des Iran wegen angeblicher „Gotteslästerung“ in seinen „Satanischen Versen“ zum Tode verurteilt worden. Gleichzeitig wurde ein Kopfgeld zur Belohnung für den Mörder festgesetzt. Günter Grass erinnerte daran, dass die Akademie während des Nationalsozialismus schon einmal politischem Druck gewichen sei. „Indem sie ihre Räume verweigerte, gibt sie dem terroristischen Druck nach“
Die Kreuzberger Lesung aus Rushdies Texten fand unter starkem Polizeischutz statt. Jeder der knapp 1000 Besucher wurde auf Waffen kontrolliert. Neben Grass las Anna Jonas.
Gegen Ende der Veranstaltung liefen etwa zwanzig Iraner durch den Saal und riefen; „ Tod dem Rushdie“ Dagegen hat die Islamische Förderation Berlin in einem Flugblatt erklärt: „Wir Muslime sind gegen Mord und gegen die Aussetzung eines Kopfgeldes, weil beides mit dem Islam unvereinbar ist.“
Ungeachtet dessen, ist dieses Todesurteil bis heute nicht aufgehoben

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