Waehltverablog


Die doppelte Martha, oder: Dem Himmel ein Stück näher

Posted in Friedrichshain-Kreuzberg von waehltvera - 2. März 2009

Ein Besuch bei der Martha-Gemeinde

In der Glogauer Straße gibt es viel zu entdecken.

Manches davon auf den Hinterhöfen. Zum Beispiel eine horizontal geteilte Kirche. Das in zwei Bauabschnitten von 1902-1904 und 1909-1911errichtete Gotteshaus, das Kaiser Wilhelm seiner Frau gewidmet haben soll, ist heute ein Baudenkmal. Die Teilung der Kirche fand in den siebziger Jahren statt. Der sakrale Teil befindet sich unter dem Dachgewölbe – dem Himmel ein Stück näher.

Auf ebener Erde hat eine Jugendbegegnungsstätte ihr vielfältiges Leben entfaltet. Das ist so interessant, dass es weit über Kreuzberg hinaus Attraktivität ausstrahlt. Ein Jugendlicher scheut den Weg von Pankow, Blankenburger Straße nicht, um hier sein zu können. Gibt es in Pankow nichts Vergleichbares? Nein, ist die kurze Antwort. Im weiteren Gespräch mit Robert wird klar, dass man Kreuzberger aus Leidenschaft werden kann. Wir werden von Tanja, der Seele des Ganzen, herumgeführt. Einige Jugendliche spielen Tischtennis, andere Billard, eine Band probt gerade im gut schallisolierten Proberaum. Es gibt ein Zimmer, in das sich die Mädchen zurückziehen können.

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Einmal in der Woche ruht der übliche Betrieb und es wird Kunst gemacht. Ein paar eindrucksvolle Ergebnisse sind ausgestellt. Im Keller befindet sich noch eine Fahrradwerkstatt, wo aus zwei oder drei alten Mühlen ein neues Fahrrad gebaut wird. Eigentlich ist die Einrichtung für ältere Jugendliche gedacht, aber wenn ein Zwölfjähriger keine andere Möglichkeit hat, ist auch er willkommen. Wir sind nicht angekündigt. Als gefragt wird, ob die Jugendlichen mit uns Politikern sprechen wollen, finden sich doch etliche ein. Zwar sagen nicht alle etwas, sie hören aber genau zu. Und sie wissen, was sie wollen. Zum Beispiel, dass der Sportplatz auf der anderen Straßenseite, der nach einer Anwohnerbeschwerde wegen angeblicher Lärmbelästigung geschlossen wurde, wieder zur Verfügung steht. Wir schließen gleich eine Ortsbesichtigung an und Götz Müller verspricht, sich in der BVV darum zu kümmern.

Außerdem werden die Zustände im Görlitzer Park angesprochen. Warum ist er so vermüllt? An jeder Ecke wird gedealt, man kann nicht durch den Park gehen, ohne von den Drogenhändlern angesprochen zu werden. An schönen Tagen hält sich niemand daran, dass nur an bestimmten Plätzen gegrillt werden darf. Warum wird da nicht härter durchgegriffen? Die Polizei müsste das doch auch bemerken? Eine gute Frage, der wir nachgehen werden.

Zum Schluss lassen sich die Jugendlichen sogar mit uns fotografieren.

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Als wir uns verabschieden, wird Götz Müller von Tanja umarmt, als anerkannter Freund des Hauses. Auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal!

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