Waehltverablog


Starke Kerls und Mädels

Posted in Friedrichshain-Kreuzberg von waehltvera - 23. Februar 2009

feuerwache20-02-2009_0116

„Was bedeutet es, Feuerwehrmann in Kreuzberg zu sein?“ Das wollten wir wissen und besuchten die Feuerwache in der Wiener Straße. Schon die Fassade ist ungewöhnlich: sie wurde von Grafitti–Künstlern gestaltet. Seitdem gibt es „nur“ noch Schmierereien an den Fenstern. Sonst strahlt das Gebäude den Muff der 70er Jahre aus. Nicht mehr lange, denn es wird renoviert. Solange die Arbeiten andauern, muss hier improvisiert werden. Der ehemalige Ankleideraum ist vorübergehend Büro, umziehen müssen sich die Männer und Frauen in der Garage.

Der Chef vom Dienst, Herr Giehler, der uns durch das Haus führt, erzählt uns von den hohen körperlichen Anforderungen des Berufes. Jeder Feuerwehrmann muss mindestens 5 Klimmzüge schaffen, ohne zu schnaufen natürlich, und ausdauernd laufen können. Deshalb ist einer der wichtigsten und best ausgestatteten Räume der Fitnessraum. Die Gewichte, die hier herumliegen, fangen bei zehn Kilo an. Wir lassen sie vorsichtshalber liegen. Nur Eva Majewski stemmt eines mit der Kraft ihrer Jugend.

Um die tausend Einsätze haben die 64 Feuerwehleute monatlich zu bewältigen. Überwiegend Nothilfe. Aber in letzter Zeit haben die Brände zugenommen. Vor allem Autobrände. Dieses Kapitel werden wir in Zukunft noch näher beleuchten. Eigentlich müsste die Wache mit 65 Leuten besetzt sein. Einer weniger hört sich nicht dramatisch an. Nur sind bei den 64 anderen auch die Praktikanten mitgezählt, die nicht voll arbeiten. Und die Kreuzberger Feuerwache hat eines der schwierigsten Reviere von Berlin zu betreuen. Berlin bezahlt seine Feuerwehrleute noch schlechter als seine Lehrer.Kein Wunder, dass mancher bei den lukrativen Angeboten aus Hamburg schwach wird.

Müssen wir eine dramatische Abwanderung von Feuerwehrleuten aus Kreuzberg befürchten? Nein, denn es will zwar niemand nach Kreuzberg versetzt werden, aber wer erst mal da ist, will in der Regel nicht wieder weg. Das hängt mit dem guten Betriebsklima zusammen, das sich die Männer und Frauen selbst geschaffen haben. Fehlt nur noch die gute Bezahlung. Da müssen wir dem Senat mal auf die Füße treten.

Beim Abschied ist klar: es gibt schon bald ein Wiedersehen. Wie das aussehen wird, ist eine Überraschung!

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