Warum Seyran Ates die Grünen nicht wählen kann
Foplgenden Artikel möchte ich unseren Lesern nicht vorenthalten: http://derstandard.at/fs/1252771838000/Deutsche-Bundestagswahl-Die-Gruenen-sind-so-scheinheilig
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Foplgenden Artikel möchte ich unseren Lesern nicht vorenthalten: http://derstandard.at/fs/1252771838000/Deutsche-Bundestagswahl-Die-Gruenen-sind-so-scheinheilig
am 22. September 2009 am 18:37
Kommt ein solches Interview mit Seyran Ates eigentlich auch in einem deutschen Presseerzugnis? Habe beim Googeln nichts gefunden…
am 22. September 2009 am 18:58
@lupo
vor ca. 1ner Stunde ist der Tagesspiegel und die zeit damit online gegangen.
hier der link
http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Kopftuchstreit;art141,2905355
am 22. September 2009 am 20:43
Wir sind schon ein lustiges Völkchen in Kreuzberg! Auch eine bundesweit berühmte Frau wie Seyran Ateş kann nicht umhin, mehrfach auf mein kleines Heimatdorf Kreuzberg einzugehen. Und auch unser direkt gewählter Bundestagsabgeordneter schafft es in die Seiten ihres so wichtigen Buches über den „Multikulti-Irrtum“. Auf S. 199 zitiert sie Herrn Hans-Christian Ströbele MdB mit seiner Forderung, einen oder mehrere gesetzliche islamische Feiertage einzuführen, “um so religiösem Fanatismus zu begegnen”.
Wie findet die islamische Autorin dies? Nun, sie schlägt derartige wohlgemeinte Geschenke rundweg aus. Sie schreibt: “Unschuldige Menschen wurden von fundamentalistischen Muslimen getötet, wegen ein paar Mohammed-Karikaturen brannten Fahnen und wurden Morddrohungen ausgetsoßen, und der Zorn der Fanatiker soll mit dem Geschenk eines gesetzlichen islamischen Feiertags besänftigt werden? Das ist für mich ein Kniefall und vorauseilender Gehorsam gegenüber religiösem Fanatismus.”
Was meine ich dazu? Nun, wie so oft – stehe ich in der Mitte. In unserem Kindergarten wurde immer auch das Zuckerfest begangen, wir erhielten Leckereien und konnten uns über den Sinn des Festes unterhalten. Das finde ich gut, ich habe auch genascht und geplaudert, man soll ruhig miteinander feiern und voneinander lernen. Da fällt mir ein – warum nicht auch einmal vom Sinn des Osterfestes oder von Weihnachten reden? Warum nicht vom jüdischen Laubhüttenfest? Eins der wichtigsten islamischen Feste, eben dieses Şeker Bayramı, das Zuckerfest, geht ja auf die uralte Überlieferung Israels zurück – und gleiches gilt für den christlichen Festkalender. Sowohl Christentum als auch Islam sind Nachfolgereligionen des antiken Judentums, ja sie bewahren sogar ganz entscheidende, prägende Erzählungen des alten Israel in den eigenen Festen auf. Und diese drei vorderasiatischen Religionen haben einen ganz wesentlichen Beitrag zu dem geleistet, was Seyran Ateş als “europäische Leitkultur” einfordert und gutheißt.
Wenn dann solches gemeinsame Feiern in einer aufblitzenden Erkenntnis mündet:
“Das gibt es bei uns auch”
dann ist ein Kern von jener “Transkulturalität” erreicht, gegen die auch Seyran Ateş nichts einzuwenden hat, die sie vielmehr sogar ausdrücklich wünscht.
Wir zitieren aus Fatih Akins großem Film “Auf der anderen Seite” diesen Satz “Das gibt es bei uns auch …” Ein Satz, der mir unauslöschlich im Gedächtnis geblieben ist! Ich halte ihn für wichtiger als jenes “Ich schau dir in die Augen, Kleines …”, das obendrein unvollkommen aus dem Englischen übersetzt worden ist.
Was gewinnen wir für unseren Bundestagskandidaten? Frau Ateş wird mutmaßlich Herrn Ströbele ihre Stimme verweigern. Möglicherweise hält sie ihn für einen jener realitätsblinden Multikulti-Gutmenschen, die zur misslichen Lage der türkischen Volksgruppe in Deutschland beigetragen haben. Aber vielleicht erlebt man die beiden ja mal gemeinsam auf einer Podiumsdiskussion?
Kaufen und lesen:
Seyran Ateş: Der Multikulti-Irrtum. Wie wir in Deutschland besser zusammenleben können. Ullstein Tascehnbuch Verlag, Berlin 2008, 282 Seiten, € 8,95
am 24. September 2009 am 10:50
Sehr geehrte Frau Langsfeld,
ich hoffe esgeht ihnen gut. Ist die kommentarlose Veröffentlichung auf das wenig sachliche DerStandard Interview Schadenfreude, Kritik an der verkürzten Grünen-Schgelte durch Frau Ates oder die Zustimmung zu Frau Ates ablehnende Haltung, weil wir „zuviele Kopftuchträgerinnen“ in der Partei haben? (Nämlich ganze zwei Aktive).
Auf http://ario85.wordpress.com/2009/09/19/offener-brief-an-seyran-ates/ kann eine ausführliche Replik von Seiten namhafter Grüner Politiker/innen und Aktiver eingesehen werden.
Bei allem Respekt vor der Arbeit von Frau Ates, erweckt doch gerade das letzte Interview von ihr den Anschein, dass die Provokation und das „über einen Kamm scheren“ von Menschen wichtiger sei, als der Versuch einer sachlichen Debatte. Diese offene Dialog wurde durch ihre Pauschalisierung und Beleidigung von Kopftuchträger/innen (siehe WELT online) nicht gerade befördert.
Wie schon gesagt, hätte mich interessiert, was gerade ihre Meinung als Direktkandidatin von Friedrichshain-Kreuzberg ist. Sind sie auch der Meinung, dass alle Kopftuchträger/innen Unterdrückte ohne eigene Meinung und eigenen Willen sind? Ich glaube wir sind uns einig, dass Zwangsverschleierung geächtet werden muss. Aber haben nicht gerade auch wir Grüne immer gezeigt, dass wir Fördern und Fordern können? Dass wir nicht auf dem einen Auge blind sind, nur weil wir mit dem anderen die Vorteile der multikulturellen Gesellschaft hervorstellen und Respekt einfordern? Es geht beides.
Mit freundlichen Grüßen,
Ario Ebrahimpour Mirzaie
am 24. September 2009 am 11:15
[...] dazu entschieden, kommentarlos auf Frau Ates’ niveaulosen Pöbel-Beitrag hinzuweisen. Darüber hinaus erscheinen heute auch wieder in türkischen und türkisch-deutschen Zeitungen [...]
am 24. September 2009 am 11:19
— korrigierte Fassung —
Sehr geehrte Frau Langsfeld,
ich hoffe es geht ihnen gut. Ist die kommentarlose Veröffentlichung auf das wenig sachliche DerStandard Interview Schadenfreude, Kritik an der verkürzten Grünen-Schelte durch Frau Ates oder die Zustimmung zu Frau Ates’ ablehnende Haltung, weil wir „zuviele Kopftuchträgerinnen“ in der Partei haben? (Nämlich ganze zwei Aktive).
Auf http://ario85.wordpress.com/2009/09/19/offener-brief-an-seyran-ates/ kann eine ausführliche Replik von Seiten namhafter Grüner Politiker/innen und Aktiver eingesehen werden.
Bei allem Respekt vor der Arbeit von Frau Ates, erweckt doch gerade das letzte Interview von ihr den Anschein, dass die Provokation und das „über einen Kamm scheren“ von Menschen wichtiger sei, als der Versuch einer sachlichen Debatte. Dieser offene Dialog wurde durch ihre Pauschalisierung und Beleidigung von Kopftuchträger/innen (siehe WELT online) nicht gerade befördert.
Wie schon gesagt, hätte mich interessiert, was gerade ihre Meinung als Direktkandidatin von Friedrichshain-Kreuzberg ist. Sind sie auch der Meinung, dass alle Kopftuchträger/innen Unterdrückte ohne eigene Meinung und eigenen Willen sind? Ich glaube wir sind uns einig, dass Zwangsverschleierung geächtet werden muss. Aber haben nicht gerade auch wir Grüne immer gezeigt, dass wir Fördern und Fordern können? Dass wir nicht auf dem einen Auge blind sind, nur weil wir mit dem anderen die Vorteile der multikulturellen Gesellschaft hervorstellen und Respekt einfordern? Es geht Beides.
Mit freundlichen Grüßen,
Ario Ebrahimpour Mirzaie